Liquid Biopsy Newsletter | LIQOMICS

Liquid Biopsy Newsletter

Februar 2026, Vol. 1

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Kolleginnen und Kollegen,

herzlich willkommen zu unserem LIQOMICS Liquid Biopsy Newsletter!

Liquid Biopsy – die Analyse von Tumor-DNA aus einer Blutprobe – verändert die Krebsdiagnostik, und die wissenschaftlichen Belege wachsen rasant. Doch wie schnell findet diese Innovation den Weg in die Regelversorgung?

Wir blicken in diesem Liquid Biopsy Newsletter auf die amerikanischen NCCN Guidelines – evidenzbasierte Behandlungsempfehlungen von 33 führenden US-Krebszentren, die weltweit als Goldstandard gelten.

Die Neuigkeit: Mit Version 1.2025 wurde ctDNA-MRD-Testung – der Nachweis kleinster Mengen zirkulierender Tumor-DNA im Blut – erstmals als offizielle Empfehlung für Patienten mit diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) aufgenommen.

Für Patienten bedeutet dies, dass eine Blutprobe klären kann, ob ein auffälliger PET-Scan auf Krebszellen hinweist oder ein Fehlalarm ist – ohne Biopsie, ohne unnötige Therapien.

Ärzte bekommen durch die ctDNA-MRD-Testung eine evidenzbasierte Entscheidungshilfe bei PET-positiven Befunden, die eine sehr hohe Falsch-Positiv-Rate aufweisen können.

Als europäische Pioniere im Nachweis von ctDNA bei Lymphomen und soliden Tumoren haben wir mit LymphoVista einen Test entwickelt, der es erlaubt, MRD-Bestimmungen entsprechend der NCCN-Guidelines vorzunehmen und bereits von Onkologen eingesetzt wird.

Für uns bedeutet das nicht nur diagnostische Innovation – sondern auch die Verpflichtung, durch aktive Beteiligung an Forschungsprojekten und Brancheninitiativen die Integration von Liquid Biopsy in die Routineversorgung voranzutreiben.

Ihre Meinung ist uns wichtig: Haben Sie Anregungen oder Fragen? Welche Themen sind Ihnen wichtig? Schreiben Sie uns: newsletter@liqomics.com

Ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre!

Priv.-Doz. Dr. nat. med. Dr. med. Sven Borchmann, LIQOMICS Gründer und Managing Director


Neue Diagnose Empfehlungen in den USA für die Lymphom-Behandlung

Priv.-Doz. Dr. nat. med. Dr. med. Sven Borchmann, LIQOMICS Gründer und Managing Director, erläutert Ihnen die Hintergründe und Relevanz, die diese aktualisierte Diagnose-Empfehlung für Sie als Behandelnde und Behandelte hat:

Die NCCN Guidelines (National Comprehensive Cancer Network Guidelines) sind evidenzbasierte Behandlungs- und Diagnose-Empfehlungen. Die NCCN Guidelines werden von Expertengremien aus 33 führenden US-Krebszentren kontinuierlich aktualisiert. Sie fassen den aktuellen Stand der Wissenschaft zusammen und gelten weltweit als Goldstandard in der Onkologie – also als Orientierung für bestmögliche Behandlung.

Mit der Version 1.2025 der NCCN Clinical Practice Guidelines (Dezember 2024) wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht: Die ctDNA-MRD-Testung – also der Nachweis kleinster Mengen zirkulierender Tumor-DNA im Blut – ist erstmals als offizielle Empfehlung für Patienten mit diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL, der häufigsten Form aggressiver Lymphome) aufgenommen worden.

Was bedeutet das konkret?

Für die klinische Praxis:

  • ctDNA-MRD-Testung wird als Alternative zur Biopsie bei PET-positiven Befunden nach Erstlinientherapie empfohlen
  • Patienten mit PET-positivem, aber ctDNA-negativem Ergebnis können dem PET-negativen Nachsorgepfad folgen
  • Dies vermeidet unnötige invasive Eingriffe und Therapieverlängerungen

Für Patienten: Eine einfache Blutentnahme kann klären, ob ein auffälliger PET-Scan tatsächlich auf verbliebene Krebszellen hinweist oder ein Fehlalarm ist – ohne dass eine Gewebeentnahme (Biopsie) notwendig wird.

Das Problem der Falsch-Positiv-Rate beim PET-Scan

Bisher galt der PET-Scan als Diagnostik-Methode im Therapie-Verlauf von DLBCL-Patienten als Methode der Wahl. Ein PET-Scan (Positronen-Emissions-Tomographie) ist ein bildgebendes Verfahren, das stoffwechselaktive Bereiche im Körper sichtbar macht. Krebszellen verbrauchen typischerweise viel Energie und erscheinen daher als "helle Flecken" im Bild. Allerdings können auch Entzündungen, Infektionen oder Vernarbungen nach der Therapie ähnlich aussehen.

PET-Scans am Ende der Therapie zeigen häufig auffällige Befunde, die keine echten Tumorreste darstellen – man spricht von "falsch-positiven" Ergebnissen. Bisher führte dies häufig zu belastenden Biopsien (Gewebeentnahmen mit einer Nadel) oder unnötiger Weiterbehandlung – eine enorme psychische und körperliche Belastung für Betroffene. Die ctDNA-Testung bietet nun eine schonende und präzise Abklärung dieser Fälle durch eine einfache Blutprobe.

Die Studiendaten im Detail

Die NCCN-Empfehlung basiert auf klinischen Studien und Meta-Analysen, bei denen DLBCL-Patienten nach Abschluss ihrer Erstlinientherapie (R-CHOP oder Pola-R-CHP) sowohl mit PET-Scans als auch mit ctDNA-MRD-Tests untersucht wurden. Entscheidend war die Frage: Wie gut kann der ctDNA-Test vorhersagen, welche Patienten tatsächlich einen Rückfall erleiden werden?

Parameter Ergebnis Was bedeutet das?
36-Monats-PFS* (MRD-negativ) 85% Von 100 Patienten ohne nachweisbare Tumor-DNA im Blut bleiben 85 drei Jahre lang ohne Rückfall
36-Monats-PFS* (MRD-positiv) 15% Von 100 Patienten mit nachweisbarer Tumor-DNA erleiden 85 innerhalb von drei Jahren einen Rückfall
Hazard Ratio für Progression 13,69 MRD-positive Patienten haben ein fast 14-fach höheres Risiko für einen Rückfall als MRD-negative Patienten
Spezifität bei PET-negativ 90,8% Wenn der PET-Scan unauffällig ist und der ctDNA-Test ebenfalls negativ, liegt die Wahrscheinlichkeit bei über 90%, dass wirklich keine Resterkrankung vorliegt

*PFS = Progression-Free Survival (Zeit ohne Krankheitsfortschritt)

Die entscheidende Erkenntnis: PET-positiv, ctDNA-negativ

Das ist der Kern der NCCN-Empfehlung: Die Studien zeigen, dass Patienten mit PET-positivem, aber ctDNA-negativem Befund ein ebenso gutes Outcome haben wie Patienten mit komplett negativem PET-Scan.

Was bedeutet das konkret?

  • Der ctDNA-Test kann bei den PET-positiven Patienten bestätigen, dass der auffällige Scan ein Fehlalarm ist
  • Diese Patienten benötigen keine Biopsie und keine Therapieeskalation
  • Sie können beruhigt dem PET-negativen Nachsorgepfad folgen

Klinische Konsequenz: Bei PET-positiven Befunden nach Erstlinientherapie entscheidet der ctDNA-MRD-Status darüber, ob eine aggressive Intervention notwendig ist oder ob der Patient ohne weitere Belastung in die Nachsorge übergehen kann.

Quellen:

  1. NCCN Clinical Practice Guidelines B-Cell Lymphomas, Version 1.2025 (Dezember 2024)
  2. Wang S et al. J Clin Oncol. 2025;43(16_suppl):7000
  3. ctDNA Meta-Analyse. npj Precision Oncology. 2025 (53 Studien, >3.700 Patienten)

LymphoVista: Präzise MRD-Detektion für Ihre Patienten

Der LIQOMICS LymphoVista-Test wurde speziell für diese Fragestellung entwickelt. Als hochsensitiver Test unterstützt er Ärzte und Ärztinnen bei der Unterscheidung zwischen echtem Residualtumor und falsch-positiven PET-Befunden – und gibt damit Patienten und Ärzten Sicherheit durch nicht-invasive Diagnostik.

Die NCCN-Empfehlung bestätigt, was wir in der klinischen Praxis bereits erleben: Die ctDNA-MRD-Testung verändert die Nachsorge beim DLBCL fundamental – zum Wohle der Patienten.

Weitere Informationen: www.liqomics.com/lymphovista
Persönliche Beratung: Kontaktieren Sie unser Team contact@liqomics.com

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Welche Themen interessieren Sie besonders? Haben Sie Anregungen oder Fragen? Schreiben Sie uns – wir freuen uns auf Ihr Feedback und Ihre Themenvorschläge an newsletter@liqomics.com.